Sonntag, 24. November 2013

Christian Rainer, der neue Stern am Schulexpertenhimmel

O glückliches Österreich, du hast schon wieder einen neuen Schulexperten, den Herrn Rainer vom Profil. "Schulzuweisung" nennt er seinen jüngsten Leitartikel. Ich bewundere wirklich die Dulderqualitäten meiner Kolleginnen und Kollegen, die noch immer das Profil abonniert haben. Was uns in dieser Postille in den letzten Jahren an Diffamierungen und unreflektiertem Bildungsgeschnatter zugemutet worden ist, passt ja mittlerweile in kein Konferenzzimmer mehr. Gut, zugegeben, die sind ziemlich klein.
Im ersten Teil seines Leitartikels verhöhnt Christian Rainer zuerst einmal ausgiebig die Leserbriefe schreibenden Lehrer unter den Profil-Lesern, also seine eigene Kundschaft (!), dann folgt ein bisschen Ans-Bein-Pinkeln wegen unseres angeblichen Halbtagsjobs - und gegen Ende sagt er uns antiquierten Schrullen, wo es eigentlich lang gehen müsste in der Schule. Das sind immer die interessantesten Abschnitte, weil sich in ihnen das ganze Ausmaß an "Expertentum" gnadenlos offenbart.
Selbst den Uraltausritt gegen den Frontalunterricht erspart uns Rainer nicht. Und statt Hauptstädten und Jahreszahlen will er Volkswirtschaft und Verfassungsrecht unterrichten lassen - und zwar ab der Volksschule. Guter Mann, sind Ihnen schon einmal real existierende Siebenjährige im wirklichen Leben erschienen? Und zum Thema Jahreszahlen und Städtenamen: Es wäre kompetenzförderlich für Journalisten, wenn sie, bevor sie den Mund zum Thema Geschichte- und Geografieunterricht gar so weit aufmachen, einen Blick in heutige Geografie- und Geschichte-Bücher riskieren würden. Aber Wirklichkeit stört die lieb gewordenen Ressentiments viel zu sehr. - Aber abgesehen davon, halten Sie es wirklich für so unsinnig zu wissen, dass Tokyo nicht die Hauptstadt von Mexico ist?
Zum Thema Latein, dem ja alle schneidigen Fortschrittsprediger mit mangelhaftem Kultur- und Sprachbewusstsein so gar nichts abgewinnen können: Latein, Herr Rainer, muss heute kein angehender Maturant mehr lernen, der es nicht lernen will. Informieren Sie sich über die Stundentafeln unserer Gymnasien. Und lassen Sie für Leute wie mich, die ihre altphilologische Gymnasialbildung zu schätzen wissen, bitteschön, dieses freiwillige Bildungsangebot bestehen. Es muss ja nicht alles sinnlos sein, was über das Fassungsvermögen eines österreichischen Redakteurs hinausgeht.
In der Oberstufe will Christian Rainer ein "philosophisches Verständnis" der Zahl unterrichten lassen anstelle der vielen verzichtbaren Dinge, mit denen man sich derzeit im Mathematikunterricht abquält. Na, großartig! Meinen Sie wirklich, dass man das an der TU und an den technischen FHs auch so sieht? - Kurzum, inferior, dieses Geschreibe! Aber man kann ja Konsequenzen ziehen. Profil ade!

Samstag, 9. November 2013

Interpretationen zu Klassikern - kostenlos!

Meine Interpretationen zu Klassikern der europäischen Literatur, die ich in den achtziger und neunziger Jahren im Auftrag des Pädagogischen Instituts, des Landestheaters Linz und des Adalbert-Stifter-Instituts Linz verfasst und in der Zeitschrift GERM (internes Medium der ARGE Deutsch an AHS in Oberösterreich) veröffentlicht habe, erfreuen sich großer Beliebtheit. Zwischen 80 und 140 Internet-Zugriffe am Tag verzeichnet meine Chronik. Es freut mich, dass diese Materialien zur Deutschdidaktik, die nirgendwo mehr in gedruckter Form erhältlich sind, auf diese Weise noch Leser/innen finden, die sie brauchen können. Als jüngste Publikation habe ich meine Interpretation zu  "Kabale und Liebe" von Friedrich Schiller zugänglich gemacht. Da ich für diese und andere Publikationen schon einmal bezahlt worden bin, aber die Rechte bei mir liegen, stelle ich sie gerne kostenlos zur Verfügung und freue mich über das rege Interesse daran. Dies entspricht auch einem meiner Grundanliegen: möglichst vielen Menschen anspruchsvolle Literatur durch Verständnishilfen zugänglich machen! - Im Internet findet man sehr viel Mangelhaftes und auch Falsches zu Klassikern wie Friedrich Schiller, veröffentlicht von bemühten, aber naturgemäß begrenzten Laien. Wahrscheinlich sind auch meine Veröffentlichungen nicht ganz fehlerfrei, aber ganz daneben liegt man bei mir sicher nie. Ich bin promovierter Germanist (siehe Biographie!).