Montag, 25. März 2013

Literatur Interpretationen

Von 1988 bis 2000 leitete ich in Oberösterreich die Landesrbeitsgemeinschaft für Deutschlehrer/innen und erarbeitete viele Materialien zu literarischen Werken, vor allem zu Theaterstücken. Dieses Material - die Publikation hieß GERM - lümmelt seit Jahren auf meinem PC herum, obwohl vieles nach wie vor braucbbar ist. So nach und nach werde ich die Materialien sichten und auf meiner Homepage zur Verfügung stellen. Ist ja irgendwie schade drum! - Heute habe ich einiges zu "Der gute Mensch von Sezuan" als eigene Seite veröffentlicht. Ich glaube zwar nach wie vor, dass Brecht ein Scheinproblem behandelt, trotzdem ist das Stück interessant. Schon die Ausgangssituation, die Darstellung der Götter, ist grundfalsch. Keine Religion dieser Welt, vor allem nicht die christliche, verlangt völlige Selbstaufgabe von einem "guten Menschen". Schon die mosaische Formel "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst" bringt den Anspruch an Altruismus auf den Punkt und in das rechte Maß: Wenn du dich selbst damit ruinierst, musst du nicht die anderen retten! - Was Shen Te betreibt, verlangt naturgemäß Shui Ta als Korrektiv. Und das ist auch moralisch in Ordnung.

Samstag, 9. März 2013

Feministischer Konservatismus

‎'Ich stehe zu meinem 70er Jahre Feminismus. Es ist kein besserer nachgekommen. Schlecht ist nur, dass so wenig weitergegangen ist!' Yeah. Danke Elfriede Hammerl. (Menschen&Mächte, ORF 2, 6. März). Das ist ein Facebook-Zitat von Sonja Ablinger. Und ich denke mir: Nur der Feminismus kann sich eine dermaßen "konservative" Ansage leisten. In welchem anderen Segment des gesellschaftspolitischen Diskurses wäre es möglich, ungestraft so etwas zu sagen: Ich bin in den siebziger Jahren stecken geblieben, weil seither nichts Besseres nachgekommen ist. - Damit kein Verdacht aufkommt: Ich bin seit meiner Studienzeit ein (kritischer) Sympathisant des Feminismus, aber gerade im Bereich Genderforschung hat sich seither sehr viel getan. Als Pädagoge, der für Mädchen UND Burschen zuständig ist, kann ich es mir gar nicht leisten, im Stahlhelm-Feminismus der siebziger Jahre einzufrieren. Damals, in der Pionierphase, mag das alles verständlich gewesen sein, aber zu sagen, dass so wenig weitergegangen wäre, kann ich nur als Wirklichkeitsverdrängung betrachten. Es hat sich glücklicherweise sehr viel zugunsten der Frauen verändert. Frau Hammerl und Frau Ablinger wäre ein wenig mehr Realitätswahrnehmung zumutbar.