Montag, 19. Februar 2024

Kulturbrief 14: "Wir sitzen im Dickicht und weinen" - ein lesenswertes Romandebüt

 Meine Rezension zum gelungenen Roman von Felicitas Prokopetz (OÖN 17.2.24)

Valerie hat es nicht leicht. Ihre Mutter, zu der sie ohnedies eine durchwachsene Beziehung hat, erkrankt an Krebs. Valeries sechzehnjähriger Sohn Tobias hält sich für einen Erwachsenen und möchte mit zwei Freunden ein Schuljahr in England verbringen, was Valerie für zu gefährlich hält. Aus dieser Ausgangssituation entwickelt Felicitas Prokopetz den Plot ihres Debütromans „Wir sitzen im Dickicht und weinen“. Unterbrochen wird die Haupthandlung durch markante Rückblenden in die Familiengeschichte bis zu den Urgroßmüttern.

Valeries Mutter Christina stammt aus einer konservativen Schweizer Lehrerfamilie. Sie gehört zur Pioniergeneration der Frauenemanzipation. Ihre Ehe mit Roman ist bald zerbrochen, und Roman hat nicht nur das Interesse an seiner Ex-Frau, sondern auch an seiner Tochter verloren. Christina wiederum verbraucht viele Lebensjahre für ein Langzeitstudium, das aber keine Grundlage für ein solides finanzielles Auskommen liefert.

Dennoch ist Christina davon überzeugt, dass sie für ihre Tochter immer das Bestmögliche getan hat, eine Überzeugung, die Valerie nicht teilen kann. Den antiautoritären Erziehungsstil ihrer Mutter erlebte sie vor allem als Vernachlässigung aus egoistischen Motiven. Der emotionale Anker des Kindes war Großmutter Charlotte. Aus der Tochter-Perspektive ist Christina eine emotional labile Frau, selbstgerecht und selbstmitleidig, empfindlich, aber unsensibel im Umgang mit anderen.

Dass Valerie als Jugendliche fast den Boden unter den Füßen verloren hätte, sieht sie auch als Versagen ihrer Mutter. Aus der dunklen Welt von Schulabbruch, Alkohol- und Drogenmissbrauch hat sie die Liebesbeziehung mit Benedikt und die frühe Schwangerschaft befreit. Dass ihr ausgerechnet Christina jetzt vorwirft, perfektionistisch und kühl zu sein, empört Valerie. So belastet die Mutter-Tochter-Beziehung aber auch ist, ausgerechnet jetzt, in den Monaten nach Christinas Krebserkrankung, hätte es nicht zum Zerwürfnis kommen dürfen.

Das ist ein Stoff, aus dem andere Autorinnen ein voluminöses Generationenepos machen würden. Felicitas Prokopetz, eine Meisterin der Verdichtung, bringt ihn auf 200 Seiten unter. Sie schreibt skizzenhaft und episodisch, reduziert die Fülle des Materials auf Wesentliches. Die Autorin hat an der Universität Wien Sprachkunst und am deutschen Literaturinstitut Leipzig Literarisches Schreiben studiert, und sie hat Praxiserfahrung als Gebrauchstexterin. Diese solide „handwerkliche“ Grundlage erkennt man. Mit Gespür für eine kompakte Textstruktur gestaltet Felicitas Prokopetz die Zeitsprünge. Durch gezielten Perspektivenwechsel verdeutlicht sie, wie sehr die Figuren in ihrer Selbstwahrnehmung befangen sind. Ihre Erzählsprache ist scheinbar einfach, tatsächlich aber von schlichter, unaufdringlicher, mitunter heiterer Eleganz; und in den knappen Dialogen sitzt wirklich jeder Satz. Kurzum, „Wir sitzen im Dickicht und weinen“ ist ein überaus gelungenes, lesenswertes Debüt.

Felicitas Prokopetz: „Wir sitzen im Dickicht und weinen“, Eichborn, 204 Seiten, 22,80 Euro

Samstag, 3. Februar 2024

Kulturbrief 13: Meine OÖN-Rezension zu Michael Köhlmeiers "Das Philosophenschiff"

 Das soziale Gift der Revolution

Am Anfang steht die verlockende Aussicht auf eine starke Geschichte. Michael Köhlmeier erzählt, er sei im Jahr 2008 zur Geburtstagsfeier einer Hundertjährigen eingeladen worden, was ihn verwundert habe. Denn zur berühmten Architektin Anouk Perleman-Jacob habe er bis dahin keinerlei persönlichen Kontakt gehabt. Die schwerhörige, gebrechliche, aber geistig frische Jubilarin vertraut dem Autor den Grund der Einladung an. Sie möchte, dass er sie ab nun täglich besucht, um ihre Geschichte zu hören…

Von Anfang an betreibt Michael Köhlmeier in seinem neuen Roman „Das Philosophenschiff“ sein geistvolles Spiel mit Fakten und Fiktionen. Eine reale Anouk Perleman-Jacob gibt es zwar nicht, einige Ähnlichkeiten mit Margarete Schütte-Lihotzky sind aber kein Zufall. Die Lebensgeschichte der fiktiven Perleman-Jacob, die sie dem Autor in mehreren Sitzungen anvertraut, ist zwar in historischen Fundamenten verankert. So manches Teilereignis kann aber gar nicht so verlaufen sein, wie es die alte Dame erzählt. Sie gesteht, dass sie manchmal ein bisschen lügt.

Geboren wurde die weibliche Hauptfigur 1908 in St. Petersburg. Der Vater war Architekt, die Mutter Ornithologin. Abgesehen von einem nervösen Durcheinander im Liebesleben der Eltern verlief Anouks Kindheit einigermaßen günstig. Zur ersten schlimmen Bruchstelle kommt es im Jahr 1922. Lenin lässt etwa 400 Intellektuelle ausweisen. Trotzki rechtfertigt die Ausweisung als humanitären Akt. Würde man diese möglicherweise unzuverlässigen Leute im Land lassen, müsste man sie wahrscheinlich irgendwann als „Agenten des Feindes“ liquidieren. Auf einem Luxusdampfer schwimmt nun ein knappes Dutzend Exilierter gegen Westen, unter ihnen Anouk und ihre Eltern, die in keiner Weise politisch aktiv waren und sogar mit den Bolschewisten sympathisierten.

Mit seiner wohltemperierten Mischung aus politischem Scharfblick und erzähltechnischer Meisterschaft seziert Michael Köhlmeier in seinem neuen Roman die Herrschaftsmechanismen der bolschewistischen Diktatur. Einerseits die erschreckende Gewaltbereitschaft, andererseits die systematische Vergiftung sozialer Beziehungen in einer Gesellschaft, in der jeder ein Denunziant oder ein „Agent des Feindes“ sein könnte. Jede Wahrnehmung wird zum mehrdeutigen Zeichen. Alles könnte verdächtig sein, sogar das schlichte Naturgedicht einer Lyrikerin – gerade wegen seiner scheinbaren Harmlosigkeit!

Das Misstrauen wird zur ständigen Begleiterin und legt sich als partiell lächerliche Kollektivparanoia über die Gesellschaft – bis die Revolutionsführer anfangen, sich gegenseitig zu misstrauen. Diese Erfahrung macht letztlich auch Lenin, zumindest im Roman „Die Philosophenschule“, einem ganz heißen Lesetipp, besonders für Zeitgenossen, die sich noch immer gerne süße, kleine Lenin-Statuen aufs Bücherregal stellen und sie mit tränenfeuchter Nostalgie anlächeln.

Erschienen in OÖN am 27.1.24

Michael Köhlmeier: „Das Philosophenschiff“, Roman, Hanser, 220 Seiten, 24,70 Euro

Kulturbrief 12: Alles für den Hugo?

 

Für seinen Krimi „Silentium!“ ließ sich Wolf Haas einen schrägen Salzburger Kulturzirkel einfallen. Vereinsmotto: Alles für den Hugo! Die doppeldeutige Anspielung bezieht sich natürlich auf Hugo von Hofmannsthal, dessen Geburtstag sich am 1.Februar zum 150. Mal jährt.

Der erste „Edle von Hofmannsthal“ war Hugos jüdischer Urgroßvater, der durch Seidenraupenzucht nicht nur ein reicher Mann, sondern auch ein Aristokrat wurde. Der Sohn des ersten Edlen war mit dem lombardischen Zweig des Familienunternehmens erfolgreich und konvertierte zur katholischen Religion. Hugos Vater war Direktor der Wiener Central-Boden-Creditanstalt, die Mutter Tochter eines Richters. Kurzum, Hugo Hofmannsthal hat einen nahezu idealtypischen bildungsbürgerlich-aristokratischen Familienhintergrund.

Bildung wird bekanntlich vererbt. Der hochbegabte Knabe besuchte in Wien das Akademische Gymnasium und veröffentlichte unter dem Pseudonym Loris schon als Siebzehnjähriger erste Gedichte von erstaunlicher Qualität. Nach der Matura verlief Hofmannsthals Bildungsweg nicht mehr ganz so geradlinig. Jus studierte er nur bis zum ersten Staatsexamen, nach einem Freiwilligenjahr in einem Dragonerregiment wechselte er zur Romanistik. 1898 promovierte er, die geplante Habilitationsschrift über Victor Hugo stellte er aber nicht fertig.

Dafür hörte er Vorlesungen beim Physiker und Philosophen Ernst Mach, dessen Erkenntnistheorie die Literatur und Kunst des Impressionismus beeinflusste. Hugo von Hofmannsthals poetisches Frühwerk trägt wesentliche Merkmale dieser Stilrichtung. In seinen formvollendeten Gedichten fand er außergewöhnliche Sprachbilder für Gedanken, atmosphärische Eindrücke und Stimmungslagen, zum Beispiel so: „Dies ist ein Ding, das keiner voll aussinnt, / Und viel zu grauenvoll, als daß man klage: / Daß alles gleitet und vorüberrinnt. / Und daß mein eignes Ich, durch nichts gehemmt, / Herüberglitt aus einem kleinen Kind / Mir wie ein Hund unheimlich stumm und fremd.“ (Terzinen über Vergänglichkeit)

Worte zerfallen wie modrige Pilze

In den lyrischen Kurzdramen der Neunzigerjahre („Der Tod des Tizian“, „Der Tor und der Tod“) geht es hauptsächlich um die Kunst und das Schöne, aber auch um Vergänglichkeit, Verfall und Tod, Motive, die Hofmannsthal bis zum eigenen Tod (1929) begleiteten. Der künstlerische Rang der frühen Werke öffnete Hofmannsthal schon bald den Zugang zu den Zirkeln der Wiener Moderne. Freundschaftliche Beziehungen unterhielt er unter anderem zu Arthur Schnitzler und Hermann Bahr. Der deutsche Lyriker Stefan George war – nicht nur aus künstlerischen Gründen – vom jungen Genie fasziniert. Auf Dauer wurde Georges eindringliches Werben für den Umworbenen, der seit 1901 verheiratet war, zur aufdringlichen Qual. 1906 zerbrach die Freundschaft endgültig.

Rund um die Jahrhundertwende kam es bei Hugo von Hofmannsthal zu einem folgenreichen Wandel der Weltsicht und der Kunstauffassung. Dafür gibt es mehrere Gründe. Nicht zuletzt hatte er bei militärischen Manövern in Ostgalizien das materielle und moralische Elend der Bevölkerung kennengelernt. Der elitäre Ästhetizismus seiner Jugendjahre wurde ihm in solcher Umgebung fremd. Wie man an den Erzählungen und Essays aus dieser Zeit erkennen kann, weitete sich Hofmannsthals sozialer und philosophischer Horizont.

Ein in der Literaturwissenschaft viel beachteter Text aus dem Jahr 1902 trägt den Titel „Ein Brief“. Der fiktive Briefschreiber Lord Chandos erklärt darin seinem väterlichen Mentor Francis Bacon, warum er seinen eigenen literarischen Jugendwerken nicht mehr viel abgewinnen kann, ja mehr noch, warum er an der Sprache grundsätzlich zweifelt. „Die abstrakten Worte zerfielen mir im Munde wie modrige Pilze“, lautet ein oft zitierter Satz. Lord Chandos mag zwar auch Sprachrohr des Autors sein, von einer generellen Schaffenskrise kann man aber im Fall von Hofmannsthal nicht sprechen.

Schon bald begann nämlich die dauerhafte, fruchtbare Zusammenarbeit mit Max Reinhardt und Richard Strauss. Hofmannsthal beschäftigte sich intensiv mit Mythologie und Dramatik der griechischen Antike und verknüpfte die klassische Tradition mit neueren Erkenntnissen der freudschen Psychoanalyse. Eigene Versuche mit „großen“, also mehraktigen Dramen verliefen zwar nicht besonders erfolgreich, umso eindrucksvoller bewährte sich Hugo von Hofmannsthal als Librettist für Richard Strauss, mit dem er auch einen intensiven Briefverkehr führte. „Text und Musik“, schrieb er, müssten zueinander passen „wie Hand und Handschuh“. 1909 wurde „Elektra“ uraufgeführt, 1911 „Der Rosenkavalier“, 1912 „Ariadne auf Naxos“.

Fronterlebnis im Kriegsfürsorgeamt

Zwei Jahre später brach der Erste Weltkrieg aus. Gegen die absurde Kriegsbegeisterung der Massen war auch Hofmannsthal nicht immun. Dass er seine „Kampfbereitschaft“ für Kaiser und Vaterland nicht als Offizier an der Front, sondern als kulturpolitischer Mitarbeiter im Kriegsfürsorgeamt auslebte, brachte ihm den berechtigten Spott des kriegskritischen Kollegen Karl Kraus ein. Hofmannsthal war zwar nicht blind gegenüber den Problem- und Schwachstellen der Habsburgermonarchie, grundsätzlich war er aber gesellschaftspolitisch konservativ und blieb auch nach 1918 monarchistisch gesinnt. Mit seinen kulturpolitischen Aufsätzen geriet er in die geistige Nähe zu jener „Konservativen Revolution“, die sich Erneuerung nur als Rückgriff auf alte Größe vorstellen konnte.

Das gilt auch für einige kontrovers aufgenommene Aufsätze, die Hofmannsthal zur Gründung der Salzburger Festspiele (1920) beisteuerte. Es gab auch Zweifel, ob die soeben unter heftigen Geburtswehen startende republikanische Epoche ausgerechnet den kulturellen Rückgriff auf das geistliche Mysterienspiel des Mittelalters brauchte. Aber aller Skepsis zum Trotz behauptet sich Hugo von Hofmannsthals berühmtestes Stück, der „Jedermann“, bei den Salzburger Festspielen seit mehr als 100 Jahren. Es hat viele Neuinterpretationen überstanden, auch die allzu kühnen, und dass Rollen wie die Buhlschaft oder die des Titelhelden bei der Bühnenprominenz immer noch heiß begehrt sind, haben wir beim Besetzungsdrama des Vorjahrs erlebt.

Vergleichsweise erfolglos blieb Hugo von Hofmannsthal mit seinem kulturphilosophischen Vermächtnis, dem oft umgearbeiteten Königsdrama „Der Turm“ (letzte Fassung 1928). Dass er seinen konservativen Grant über Werteverfall und Modernisierungsgeschwätz nicht nur im tragischen Ton, sondern auch mit feiner ironischer Klinge präsentieren konnte, bewies Hofmannsthal mit dem Lustspiel „Der Schwierige“ (1921). Die Hauptfigur Hans Karl Bühl, in gewisser Weise ein Selbstporträt des Autors, hat nicht nur mit dem vermeintlichen „Fortschritt“ seine Probleme, sondern auch mit einer intellektuell leichtgewichtigen Verwandtschaft. Und am Ende siegt die Liebe, was wir ihr herzlich gönnen!

Ältere Theaterfreunde erinnern sich vielleicht noch an wunderbare Inszenierungen des „Schwierigen“ mit Wiener Bühnengrößen wie Susanne Almassy und Wolfgang Gasser. Nur dieser spezielle Wiener Sound und dieses Gespür für atmosphärische Zwischentöne bringen das Potential dieses fein gearbeiteten Dramas zu voller Entfaltung. Vielleicht ist es gut, dass „Der Schwierige“ heute nur mehr selten gespielt wird. Vor dem selbstgefällig „heutigen“ Zugriff sogenannter „postdramatischer“ Inszenierungskunst auf diese kulturhistorische Kostbarkeit fürchten wir uns zurecht. Das wäre wahrscheinlich wirklich für den Hugo!

Erschienen in: OÖN 27.1.24

Dienstag, 23. Januar 2024

Kulturbrief 11: Das Unbehagen im Rechtsstaat

Erschienen in: DIE FURCHE 2/2024, 10.1.24

Der liberale Rechtsstaat und die parlamentarische Demokratie – Klügeres und Menschenfreundlicheres konnten Völker in ihrer jeweiligen Geschichte bislang nicht hervorbringen. Dennoch ist dieses politische System weltweit nicht mehrheitsfähig und viele Beispiele zeigen, dass es keine Garantie für seinen dauerhaften Bestand gibt. Bedroht wird der demokratische Rechtsstaat nicht nur von äußeren Feinden, sondern auch von internen Skeptikern und Gegnern, die zwar gerne die Vorteile des „Systems“ nützen, nicht zuletzt aber dazu, es lautstark zu diffamieren.

Die Systemkritiker findet man auf der rechten und auf der linken Seite des politischen Spektrums. Viktor Orban hat in Ungarn anschaulich demonstriert, wie man die Gewaltenteilung verwässert und die Medienfreiheit aushöhlt. Auch in Österreich kündigte Manfred Haimbuchner (FPÖ) vollmundig an, ein „Volkskanzler“ Kickl werde den Journalist/innen Benehmen beibringen. Wie, bitte, dürfen wir uns Kickls Erziehungsanstalt vorstellen? Und was ist eigentlich ein „Volkskanzler“?

Bestellung, Handlungsmöglichkeiten und Handlungsgrenzen eines Bundeskanzlers sind in unserer Verfassung klar geregelt. Der „Volkskanzler“ ist ein fragwürdiges Alternativmodell, das wir aus faschistischen Ideologien kennen. Es stilisiert den Kanzler zum mythischen Träger eines kollektiven Willens, den Gewählten zum Erwählten, den Regierungschef zum „Führer“. Aus ihm spricht die „Volksbewegung“, und wer dieser Stimme widerspricht, bekommt schnell einmal das Schild „Volksfeind“ umgehängt. Wie solch eine „illiberale Demokratie“ in der Praxis funktioniert, kann man an Putins Russland eindrucksvoll studieren.

Auch die sozialistische Linke muss man von Zeit zu Zeit daran erinnern, dass sich im Laufe ihrer facettenreichen Geschichte nur die gemäßigte, sozialdemokratische Linie mit der parlamentarischen Demokratie angefreundet hat. Für alle anderen Erben des Marxismus waren Parlamentarismus und Mehrparteiensystem nur der staatsrechtliche „Überbau“ der kapitalistischen Produktions- und Eigentumsverhältnisse, also die politische Form bürgerlicher Klassenherrschaft. Bestenfalls taugte das Parlament als Agitationsraum und als strategische Aufstiegshilfe zu Machtpositionen, von denen aus jene „Rätedemokratie“ erkämpft werden sollte, die realpolitisch nie etwas anderes war als die totalitäre Herrschaft der Partei.

Diese verheißungsvollen Alternativen zum kritisierten „System“ mögen sich alle vor Augen führen, die heute unter ausgiebiger Nutzung ihrer bürgerlichen Freiheiten lautstark als „Systemkritiker“ auftreten. Auf Recht und Gesetz berufen sich diese kompromisslosen Selbstermächtiger aller Farben und Ideen nur dann, wenn ihre eigenen Vorstellungen und Interessen bedient werden. Ist das nicht der Fall, stellt sich das große Unbehagen ein. Das geltende Recht und seine Institutionen werden zu bösen Orten des Unrechts uminterpretiert, nicht selten im Kontext haarsträubender Verschwörungsideologien.

Der Typus des konsequenten Systemkritikers (meist männlich, aber nicht nur) gefällt sich in der heroischen Pose des Widerstandskämpfers. Das gilt für die Corona-Leugner, die trotz bedrohlicher Infektionszahlen in U-Bahnen und Supermärkten als Rächer ohne Maske aufgetreten sind. Es gilt aber auch für die Klimakämpfer, die sich auf gut frequentierten Straßen einbetonieren, unter Berufung darauf, dass Rechtsfragen überflüssig werden, wenn es darum geht, die Apokalypse zu verhindern.

Der religiös motivierte Widerstand neigt in pluralistischen Demokratien besonders dann zum selbstgerechten Rechtsbruch, wenn er das göttliche Gesetz über das säkulare stellt. Dann patrouillieren jugendliche Tugendwächter durch die Straßen ihres Viertels und „bestrafen“ Mädchen und Frauen, die sich nicht nach Allahs Modegeschmack kleiden. Man muss allerdings auch christliche Glaubensgenossen bisweilen daran erinnern, dass Asylverfahren in letzter Instanz von Gerichten entschieden werden, nicht von Pfarrgemeinden – so gut ihre Absichten auch sein mögen.

Spontanes oder moralisch motiviertes Rechtsempfinden ist eine Sache, reflektiertes Rechtsbewusstsein eine andere. Ich gehöre nicht zu den Zeitgenossen, die bei jedem gesellschaftlichen Problem gleich die Verantwortung der Schule einfordern. Wenn es um die Ausbildung eines tragfähigen Rechtsbewusstseins geht, scheint mir aber die Schule tatsächlich ein wichtiger früher Lernort zu sein, denn auch sie ist – glücklicherweise! – kein rechtsfreier Raum. Das Schulunterrichtsgesetz, die Leistungsbeurteilungsverordnung u.a.m. bestimmen den Rahmen, in dem Schule und Unterricht gestaltet werden.

Darauf berufen sich Eltern gerne, wenn sie die Interessen ihrer Kinder gewahrt wissen wollen. Aber wie oft habe ich in meinen sozialpsychologisch ergiebigen Arbeitsjahren als Direktor auch den Vorwurf gehört, diese und jene Lehrkraft unterrichte „stur nach dem Lehrplan“. Nun ja, wonach denn sonst? Lehrpläne sind keine unverbindlichen Empfehlungen, sondern Gesetzestexte. Umgekehrt hat mir einmal ein Lehrer, den ich auf seine bizarre Didaktik und rechtsferne Notengebung hinwies, selbstbewusst entgegengedonnert: „Ich bin Lehrer nach Gewissen, nicht nach Gesetz!“ Meinetwegen, allerdings nicht in einer öffentlichen Schule, sondern nur als privatisierender Wanderpädagoge.


Freitag, 12. Januar 2024

Kulturbrief 10: Meine OÖN-Rezension zu "Zeilen und Tage III" von Peter Sloterdijk


Nein, die Philosophie ist nicht überflüssig geworden, weder ersetzbar durch Biowissenschaften noch durch Soziologie und schon gar nicht durch künstliche Intelligenz. Geben wir die Philosophie auf, dann verabschieden wir uns vom Grundvertrauen in die Reflexionskraft unserer Vernunft, also vom Kern des europäischen Menschenbilds. Wer für die Glaubwürdigkeit dieser These einen Beleg braucht, dem sei der jüngst erschienene dritte Band von „Zeilen und Tage“ empfohlen.

Der deutsche Philosoph Peter Sloterdijk schreibt seit Jahrzehnten jeden Morgen persönliche Wahrnehmungen und Überlegungen nieder. Die ersten beiden Bände umfassen die Jahre 2008 bis 2013, „Zeilen und Tage III“ die Jahre 2013-2016. Privates und Alltägliches fehlt nicht völlig in Sloterdijks Tagebüchern, es tritt aber zurück hinter den teils ausführlichen, teils knappen Reflexionen zu Politik, Kultur und Gesellschaft.

Seine Themen entnimmt Peter Sloterdijk oft dem medialen Mainstream, seine Denkarbeit folgt aber nicht bequemen, das heißt bekannten und im Juste Milieu akzeptierten Wegen. Im Gegenteil, er setzt gerne dort an, wo ideologische Schimären und moralische Dogmen den klaren Blick vernebeln. Deutlich zeigt sich dieses Phänomen bei den Themen Migration und Wohlfahrtsstaat. Sloterdijk gab sich schon im Jahr 2015 nicht mit der Wir-schaffen-das-Parole zufrieden, sprach von der drohenden Überforderung der Mehrheitsgesellschaft und vom religiösen Politikverständnis vieler Muslime, das mit dem säkularen Verfassungsstaat unvereinbar ist.

Dass ihm von Gegnern „rechtes“ Denken unterstellt wurde, hielt er aus, ebenso die Entrüstung, die er sich im Laufe der Griechenland-Krise zuzog, als er nüchtern feststellte, dass auch Staatsschulden richtige Schulden sind. „Ist der Schuldner ein Staat“, schreibt Sloterdijk, „neigen manchen Apologeten zu der Behauptung, der Geldgeber sei an dem Mißstand schuldiger als der Kreditnehmer. (…) Augstein junior meint geradezu, Frau Merkel haben den Griechen Kredite ohne Ende aufgezwungen und am Ende die Unverfrorenheit besessen, ihnen nur die Hälfte davon zu erlassen.“

Die Lektüre von Peter Sloterdijks Texten ist nicht nur ein intellektuelles, sondern auch ein sprachliches Vergnügen, insbesondere dann, wenn er seine Sichtweisen zu pointierten Aphorismen verdichtet: „Was ist konservativ? An erster Stelle die Bereitschaft, Revolutionsnebenkosten zu berechnen.“ Gewiss denkt der 1947 geborene Philosoph auch ans eigene Alter, wenn er schreibt: „Im Lebensabendland, wo die Schatten lang werden, folgst du am besten der Devise: Bleib bei den bisherigen Übungen!“ Dass er seine „Übungen“ noch lange fortsetzen kann, wünschen ihm zu Jahresbeginn seine Leserinnen und Leser.

Peter Sloterdijk: „Zeilen und Tage III. Notizen 2013-2016“, Suhrkamp Verlag, 598 Seiten, 35 Euro

Montag, 11. Dezember 2023

Kulturbrief 9: Wenn die Kinder ausziehen - Meine OÖN-Rezension zum neuen Roman von Doris Knecht

 Wozu Geschichten erfinden? Das Leben ist einfallsreich genug. Doris Knecht erzählt in ihrem neuen Buch mit dem paradoxen Titel „Eine vollständige Liste aller Dinge, die ich vergessen habe“ von den alltäglichen Herausforderungen einer Wendezeit. Die Zwillinge Max und Mila haben gerade maturiert und spielen ernsthaft mit dem Gedanken, aus der Wohnung auszuziehen, in der sie mit ihrer alleinerziehenden Mama sei fast zwei Jahrzehnten gelebt haben.

Keine einfache Situation für die Mutter, aus deren Perspektive die Autorin erzählt. Erstens stellt sich, wenn die Kinder signalisieren, dass sie jetzt ihr Leben selbst in die Hand nehmen, ein ambivalentes Gefühl ein: einerseits Befreiung und Erleichterung, andererseits Wehmut und Abschiedsschmerz. Zweitens entsteht für die Erzählerin dadurch ein pragmatisches Problem mit emotionaler Grundierung. Wenn Mila und Max ausziehen und die Alimente ausbleiben, kann sie sich die Wohnung nicht mehr leisten, die nicht nur bloße Behausung ist.

Mit einem Ort, an dem wir lange unser Leben verbracht haben, verbinden wir Erinnerungen und Befindlichkeiten, er ist in gewisser Hinsicht Symbol unserer Identität geworden. Daher verbindet sich die Suche nach einer neuen Wohnung zwangsläufig mit der belastenden Frage nach der Neuausrichtung und Qualität des künftigen Lebens. Leitmotivisch zieht sich dieser Motivkomplex durch Doris Knechts Roman, der keinen stringenten Plot zur Grundlage hat, sondern aus Episoden, Momentaufnahmen und Erinnerungsbildern besteht.

Die Erzählerin erinnert sich nicht nur an Phasen des Heranwachsens ihrer Zwillinge und an ihre gescheiterte Liebesbeziehung mit deren Vater, sondern auch an die eigene Herkunftsfamilie, in der sie neben vier blonden Schwestern immer eine etwas sperrige Sonderrolle besetzte. Während Eltern und Schwestern traditionelle Lebensformen – Ehe, Kinder, Eigenheim – gewählt haben, folgte die Erzählerin den Verlockungen der Freiheit. Bekanntlich halten sie nicht immer, was sie versprechen.

Die saloppe, humorvolle, mit umgangssprachlichen Floskeln gespickte Erzählsprache soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Autorin immer wieder gewichtige Themen anspricht, die des ernsten Nachdenkens wert sind: Wie zuverlässig ist das Bild, das ich mir von mir mache? Werden unsere Kinder nur dann erwachsen, wenn wir aufhören, sie als Kinder zu behandeln? Wir komme ich mit dem Alleinsein zurecht? Leide ich darunter oder halte ich es mit Wilhelm Busch: Wer einsam ist, der hat es gut, weil keiner da, der ihm was tut?

Wer einen literarischen Stimmungsaufheller sucht, ohne auf seine mühsam erarbeiteten Desillusionierungen verzichten, wird mit „Eine vollständige Liste aller Dinge, die ich vergessen habe“ seine Freude haben.

Doris Knecht: „Eine vollständige Liste aller Dinge, die ich vergessen habe“, Roman, Hanser Berlin, 235 Seiten, 24,70 Euro

Sonntag, 19. November 2023

Kulturbrief 8: Karl-Markus Gauß im OÖN-Gespräch mit Christian Schacherreiter

 

Die Grundlagen unserer Zivilisation ändern sich dramatisch


SCHACHERREITER Der alte Goethe schrieb einmal den bemerkenswerten Satz: Man wird sich selbst historisch. Fängst du damit etwas an oder kommt dieser Satz für dich zu früh?

GAUSS Der Satz kommt nicht zu früh. Erstens weil ich mein Leben im Zusammenhang mit bestimmten Ereignissen sehe, die historisch sind. Zweitens ist vieles in meinem Leben schon vorbei, und ich stelle natürlich die Frage: Was habe ich in all den Jahren gewollt? Woraus ist nichts geworden, woraus schon? Nicht nur in privater Hinsicht, sondern auch politisch. Was habe ich falsch gesehen? Wofür soll ich weiterhin einstehen? Und so weiter…

Die linke Studentengeneration, zu der wir damals gehörten, war unzufrieden mit der Gesellschaft und wollte Veränderung. Ich würde sogar von Fortschrittspathos sprechen. Die Welt hat sich auch verändert, aber nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben. Manche scheint das sehr gekränkt zu haben, aber damit musste man wohl rechnen.

Haben wir überhaupt ein klares Konzept gehabt dafür, wie sich die Welt verändern soll? Ich habe an der Universität diese jugendlichen Formen heiterer Renitenz erlebt, die dann zu fast sektiererischem politischem Kaderdenken mutiert sind. Ich bin – vielleicht durch Zufall, vielleicht auch durch charakterliche Disposition – nicht in diese linken Fraktionierungen hineingeraten. Am nächsten stand ich damals diesen abgehängten Kommunisten wie Ernst Fischer. Heute sehe ich sie zwar auch kritischer als damals, aber interessante Denker waren sie schon. Was ich bedaure, ist, dass ich damals viele leere Lesekilometer hinter mich gebracht habe mit eher dummen, rein ideologischen Büchern wie „Der Roman als bürgerliche Institution“.

Findest du es überzogen, von einem epochalen Wandel rund um die Jahrtausendwende zu sprechen? Ich habe oft das Gefühl, aus einer anderen Welt zu kommen. Wenn wir an unsere Kindheit denken, da war der Fernsehapparat die kühnste mediale Revolution. Schlagwörter für den großen Epochenbruch wären aber Digitalisierung, Globalisierung, Klimawandel.

Schon im Gefolge von 1968 hat sich die Gesellschaft gewandelt und in vielem auch zum Guten. Darauf beharre ich. Aber dieser Wandel war – historisch gesehen – wesentlich geringer, als es jetzt der Fall ist, wo sich tatsächlich die Grundlagen unserer Zivilisation dramatisch verändern.

Um mit Marx zu sprechen: die Produktivkräfte werden revolutioniert – allerdings mit unmarxistischen Folgen.

Man müsste aus demokratischer linker Perspektive fragen: Welches emanzipatorische und humanistische Potenzial haben diese Veränderungen, und wie könnte man sie politisch in diese Richtung  steuern? Mit dieser Verheißung sind ja die Leute im Silicon Valley einmal angetreten: Demokratisierung der Kommunikation. Aber heute erleben wir, dass die dümmsten populistischen Bewegungen mit der digitalisierten Kommunikation Hand in Hand gehen und dass die Gesellschaft in sich selbst bestätigende Blasen zerfällt. Die Vorstellung, immer intelligentere Botschaften würden das Netz durchdringen und langfristig zu einem qualitativen Strukturwandel der Öffentlichkeit führen, ist heute fast lächerlich geworden. Das beginnt bei Kindern, die keine zwei Minuten mehr konzentrationsfähig sind, geht über Studierende der Germanistik, die keinen längeren Roman mehr durchalten, bis hin zur Krise des kritischen Feuilletons. Wenn ich heute über ein aus meiner Sicht interessantes Osteuropa-Thema schreiben will, sagt man mir: Na gehen S‘, Herr Gauß, schreiben Sie doch lieber über dieses Buch einer queeren karibischen Autorin, die mit dem Enkel eines Holocaust-Opfers in Tanger eine prekäre Beziehung eingeht und sich in Rotterdam im Drogenmilieu verirrt.

Viele deiner Reisebücher haben etwas mit dem osteuropäischen und südosteuropäischen Raum zu tun. Wenn du heute einen nüchternen Blick auf diese Regionen wirfst, siehst du dann auch eine bedrückende Fülle ungelöster historischer Probleme?

Absolut. Nicht selten verlaufen diese Krisen auf uralten historischen Bruchlinien, die in der Gegenwart weitermachen und zu permanenter Aufrüstung führen. Dieses Beharrungsvermögen der Geschichte steht in Widerspruch zur Beobachtung, dass sich alles verändert und alles Alte verschwindet.

Das blöde Alte bleibt.

Leider. Ich hatte in den Achtzigerjahren gute Kontakte mit beeindruckenden osteuropäischen Intellektuellen, die sich für den Westen interessiert haben. Und ich darf sagen, dass ich ein bisschen daran beteiligt war, dass wir uns auch verstärkt für Osteuropa interessiert haben. Das ist vorbei. Osteuropa und Südosteuropa sind mit ihrem eigenen Diskurs beschäftigt und der ist nicht mehr auf kritischen Austausch angelegt. Jean Amery hat einmal gesagt, das Schlimme am Altwerden sei nicht, dass körperlich das eine oder andere nicht mehr möglich ist, sondern das Bewusstsein, dass eine Welt um einen wächst, zu der man keinen geistigen Zugang mehr findet.

Offen gesagt, so befremdlich erlebe ich Teile der digitalen Medienwelt, zum Beispiel künstliche Intelligenz. Wie geht es dir damit?

Natürlich benütze ich das Internet, radikale Modernisierungsverweigerung wäre ja selbstschädigend. Aber ich muss mir nicht mehr alles zumuten, nur weil es modern ist. Manches überfordert mich technisch, manches verweigere ich trotzig. Es ist eine Gratwanderung.

Sprechen wir über Literatur und blenden wir noch einmal in die Siebzigerjahre zurück. Damals hatte Literatur „gesellschaftskritisch“ zu sein und nach Möglichkeit sprachlich und formal avantgardistisch. Das traditionelle Erzählen, hieß es, sei an sein Ende gekommen. Das ist aber nicht eingetreten.

Und da muss man sagen: Gott sei Dank ist es nicht eingetreten. Ich respektiere die Arbeit experimentell arbeitender Künstler. Sie haben es ohnedies nicht leicht, weil sich das kaum jemand anschauen oder anhören will. Aber die These, erzählen sei in der Moderne grundsätzlich nicht mehr möglich, war ein ähnlich dogmatischer Unsinn wie die Aussage, man könne keine Menschen mehr malen. Das wurde als große Modernisierung ausgegeben. Heute hängt in den Büros von Generaldirektoren und auch von konservativen Politikern meistens ein Nitsch oder irgendein gestischer Expressionist…

Und Thomas Bernhard ist längst zum Liebling des konservativen Bildungsbürgertums avanciert.

Ich gehöre zur kleinen Gruppe derer, die Thomas Bernhard nicht für den heiligen Thomas halten, sondern für einen Autor, der eine manichäische, auch denunziatorische und elitär-antidemokratische Literatur geschrieben hat, wenn auch auf sehr hohem Niveau.

Es gibt so viele kluge Bücher von dir, Essays, Journale, Reiseliteratur. Hat es dich nie gereizt, einen Roman oder Lyrik zu schreiben?

Lyrik nicht, aber ich glaube, dass ich in meinen Büchern, auch wenn sie nicht als fiktionale Literatur gelten, stark vom Erzählen Gebrauch mache. Es ist nicht alles, was ich geschrieben habe, zu hundert Prozent verbürgt. Ich gehe zwar von Fakten aus, arbeite aber manchmal bewusst mit Fiktionen, damit die Fakten besser erkennbar werden.

(Eine etwas gekürzte Version dieses Gesprächs erschien am 13.10.23 in den Oberösterreichischen Nachrichten)