Sonntag, 16. Februar 2014

Ich und die Hypo Alpe Adria

Als fleißiger Mittelständler (Selbsteinschätzung) gehöre ich in Österreich auch zu den fleißigen Steuerzahlern. Grundsätzlich ist das auch in Ordnung, solange der Staat nicht allzu gierig über mein Einkommen herfällt und ich den Eindruck habe, dass mit unseren Steuern verantwortlich und transparent umgegangen wird. Dass man nicht immer allzu genau hinschauen darf, wissen wir, aber so konsequent wegschauen kann man gar nicht, dass man die unerhörte Zumutung Hypo Alpe Adria übersehen könnte. Ich gehöre nicht zu den Stammtischbrüdern (an den realen Stammtischen und in den Medien), die immer alles besser wissen als die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft. Volkswirtschaft ist zweifellos eine schwierige Sache, aber nach eingehender Lektüre vieler Medienberichte kann es wohl keinen Zweifel mehr geben: Unverschämtheit, Inkompetenz und Verdrängung haben da in katastrophaler Eintracht eine Misere angerichtet, für die wir finanziell ordentlich bluten werden. Warum hat niemand gesehen oder sehen wollen, wie dieser unselige Jörg Haider sein Land an die Wand gefahren hat? Wo war die politische Kontrolle, wo die der Finanzmarktaufsicht und der Nationalbank? Warum hat Josef Pröll damals die Hypo so übereilt verstaatlicht? Warum hat man so lange mit der lückenlosen Aufklärung und geeigneten Krisenmaßnahmen gewartet? Warum darf man das Land Kärnten jetzt finanziell nicht mehr in die Pflicht nehmen als andere Bundesländer? Wir haben diesen Desperado nicht zum Landeshauptmann gewählt! Der Chef der Bank Austria hat gesagt, er und seine Bank würden nicht für Wahnsinnige zahlen. Das ist nachvollziehbar. Ich mag aber eigentlich auch nicht für Wahnsinnige zahlen, denn ich habe sie nicht in die Entscheidungsfunktionen gehoben, in denen sie ihren Irrsinn ausgelebt haben. Und was mich am meisten stört: Diese Milliarden, die der Steuerzahler da verliert, versickern nicht im Nirwana. Es gibt Leute, die an dieser Finanzkatastrophe ganz gut verdienen. Man darf aber nicht erfahren, wer da wie viel einstreift, um Investoren nicht zu verschrecken, Naja, eine sehr sensible Spezies, der Großinvestor - fällt wahrscheinlich unter den Artenschutz. Von uns Steuerzahlern wird da deutlich mehr Leidensfähigkeit erwartet. Aber der Steuerzahler ist auch Wähler, und eines kann ich euch garantieren, liebe Regierungsparteien. Diese Zumutung merke ich mir lange, ganz sicher bis zu den nächsten Nationalratswahlen!

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