Samstag, 9. März 2013

Feministischer Konservatismus

‎'Ich stehe zu meinem 70er Jahre Feminismus. Es ist kein besserer nachgekommen. Schlecht ist nur, dass so wenig weitergegangen ist!' Yeah. Danke Elfriede Hammerl. (Menschen&Mächte, ORF 2, 6. März). Das ist ein Facebook-Zitat von Sonja Ablinger. Und ich denke mir: Nur der Feminismus kann sich eine dermaßen "konservative" Ansage leisten. In welchem anderen Segment des gesellschaftspolitischen Diskurses wäre es möglich, ungestraft so etwas zu sagen: Ich bin in den siebziger Jahren stecken geblieben, weil seither nichts Besseres nachgekommen ist. - Damit kein Verdacht aufkommt: Ich bin seit meiner Studienzeit ein (kritischer) Sympathisant des Feminismus, aber gerade im Bereich Genderforschung hat sich seither sehr viel getan. Als Pädagoge, der für Mädchen UND Burschen zuständig ist, kann ich es mir gar nicht leisten, im Stahlhelm-Feminismus der siebziger Jahre einzufrieren. Damals, in der Pionierphase, mag das alles verständlich gewesen sein, aber zu sagen, dass so wenig weitergegangen wäre, kann ich nur als Wirklichkeitsverdrängung betrachten. Es hat sich glücklicherweise sehr viel zugunsten der Frauen verändert. Frau Hammerl und Frau Ablinger wäre ein wenig mehr Realitätswahrnehmung zumutbar.

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